Tag 53 – Farbfilm vergessen

Tagebuch, 28.3., Gründonnerstag, 17.00 Uhr

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(Dieses Lächeln macht ich etwas nervös.)

Heute habe ich mir auf dem Markt ein Leberkäsebrötchen gekauft. Angeschrieben war es als „Fleischkäsebrötchen“, also bestellte ich ganz artig ein Fleischkäsebrötchen. Der freundliche Verkäufer erklärte mir daraufhin: „Mir Frrrongke sahng Leberkäs-Labla“, aber „Leberkäse“ dürfe er nicht ranschreiben, weil keine Leber drin sei.
Ein Wunder, dass man es überhaupt noch als „-käse“ bezeichnen darf, es ist schließlich kein Käse drin.
Ich find es ärgerlich, wenn wegen irgendwelcher vereinheitlichter Regeln traditionelle Bezeichnungen, Namen, mit denen wir aufgewachsen sind, plötzlich quasi illegal werden. „Malztrunk“ statt „Malzbier“ – was soll denn dieser Quatsch?! Es doch nicht so, als würden da ahnungslosen Kunden Pferdesteaks als Schweineschnitzel verkauft oder so. Leute, bestellt Malzbier und Leberkäse und Heißgetränke „zum Mitnehmen“ (diese Bezeichnung scheint auch irgendwann vor ein paar Jahren verboten worden zu sein), nennt den „Beitragsservice“ weiter GEZ und das Frühlingswetter „beschissen“ und nicht „suboptimal“. (Wobei es sich ja heute Mühe gegeben hat.)

Apropos. Ich habe mich heute an einen etwas längeren Spaziergang gewagt. Bin in den erstbesten Bus gestiegen – er fuhr zur Hohen Warte – und von dort zurückgelaufen. Es war … naja, gut, dass ich’s mal gemacht habe ;)

Gleich gehe  ich ins Theater und gucke mir den Siebenkäs anguck, bevor der noch von der EU oder wem auch immer in „Leibgeber“ umbenannt wird (ein kleiner Spaß für Nerds). Hier einstweilen noch ein paar Fotos vom Spaziergang;

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(Schön wär’s ja.)

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6 Kommentare zu “Tag 53 – Farbfilm vergessen

  1. Ich freue mich jeden Tag auf die neuen Beiträge des Stadtschreibers!
    Und die Lesung im Balkonsaal (ist zwar schon ein paar Tage her) hat mir auch super gefallen!
    Die Bayreuther Buchhandlungen hatten zwar das neue Buch noch nicht, aber bestellen konnten sie es zumindest.

  2. …ich stimme Karin zu und bin jedesmal auch von den Fotos beeindruckt…jeder Bareither weiß ja, wie das Hussengut ausschaut…aber in S/W ist es…anders (?) Und der Stacheldraht bei der JVA…Orte, an denen wir täglich ohne Gedanken vorbeifahren.

    • Ich bin sehr froh, dass ich die Gelegenheit habe, etwas Alltägliches wie eine Sehenswürdigkeit entdecken zu können. Zuhause, in meinem Kiez, auf dem Weg zu Terminen oder zum Einkaufen, laufe ich normalerweise auch halb blind, die Scheuklappen auf das Ziel gerichtet herum.

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