Tag 71 – Fickende Frösche

IMG_9588Ich erspar mir längere Ausführungen zum Thema Wetter. Nur soviel: Ich bin sehr froh, nun doch noch etwas anderes als „Bayreuth im November“ zu erleben!

Tagebuch, 15.4., Montag, 20.00 Uhr

ÖGB – wie schrecklich das klingt! Nach Gesetzen und Gerichten. Doch wenn ÖGB ein Gesetz wäre, dann wäre es ein recht kurzes:

§ 1 ÖGB: Unbedingt hingehen!

§ 2 ÖGB: Geld in  die Spendenbox werfen!

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Ich war zum ersten Mal gestern (und heute gleich noch einmal) im ÖGB – im Ökologisch-Botanischen Garten der Universität Bayreuth, für den ich hiermit die feschere und weniger abschreckende Abkürzung ÖkoBot vorschlagen möchte.

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(Diesen Satz sollte man den Politikern und Wirtschaftsbossen dieser Erde ins Stammmbuch schreiben. Ach, eigentlich uns allen.)

Der Ökobot hat es aus dem Stand in die Top Ten meiner Lieblingsplätze in Bayreuth geschafft. Und dabei wird er wahrscheinlich erst richtig schön, wenn er erst grün ist. Momentan ist es noch so, dass zwar tausend Schilder tausend Pflanzen bezeichnen, es sich dabei jedoch um tausend verschiedene graubraune Strünke zu handeln scheint. Die Wiesen haben stellenweise die Anmutung eines Soldatenfriedhofs für Pflanzen, aber das macht gar nichts! Erstens bleibt so noch etwas, auf das man sich freuen kann, zweitens ist an vielen Stellen schon ordentliches Frühgeblühe im Gange, und drittens kommt so die grandiose Kulisse der Gewächshäuser voll zur Geltung.

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Science-Fiction-Fans sollten unbedingt in den nächsten Tagen in den Öko-Bot, um diesen Anblick noch voll auszukosten, bevor zuviel Grün drumherum die Athmosphäre zerstört. Man denkt unwillkürlich an die Postapokalypse, wo Leben nur noch in geschützten Habitaten hinter Glas möglich ist, oder an erste Siedlungen auf dem Mars, bevor die Terraformung abgeschlossen und die Luft atembar ist.

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(Nur die marsianische Flaschenblume kann außerhalb der schützenden Hülle überleben …)

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(Mit einem dezenten Rotfilter sieht es noch außerirdischer aus.)

Ich will dem Cineplex am Rotmain-Center keine Gäste abspenstig machen, aber wer die Wahl hat zwischen dem Endzeitfilm „Oblivion“ mit Tom Cruise und einem Spaziergang im Ökologisch-Botanischen Garten mit einem lieben Menschen, der sollte sich in den 306er setzen und zur Uni rausfahren.

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(Gut erkennbar sind die Triebwerksstrahlen der startenden Escape-Module.)

Auch Naturliebhaber kommen jetzt schon voll auf ihre Kosten. Wer ganz leise ist, kann Frösche (Kröten?) bei einer Springbreak-Orgie und BWL-Studenten im Schlüpfer beim Lernen beobachten. Von Letzteren habe ich leider kein Foto gemacht, weil da der Film alle war.

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(Schön ist die Liebe im Frühling …)

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(Auch die Fauna im Gewächshaus  hat einiges zu bieten.)

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(Ich weiß gar nicht, warum der Venusschuh so ein trauriges Gesicht macht.)

DSC08745(Es kann natürlich auch sein, dass die Pflanzen nicht noch nicht grün sind, sondern  dass sie in der Hitze der letzten beiden Tage bereits  wieder verdorrt sind.)

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Und Jean Paul? Der Victoriasee im Victoriabecken des Ökobot ist ein super Ort, um ihn zu lesen. Die singenden Amseln und die grunzenden Kröten sind der perfekte Soundtrack, die Frühlingssonne ist die beste Jean-Paul-Leselampe. Aber zum Schreiben darüber bin ich jetzt zu müde …

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3 Kommentare zu “Tag 71 – Fickende Frösche

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